EU begrenzt Bankerboni

Vergangene Woche konnten sich das Europäische Parlament und die EU-Mitgliedstaaten endlich auf eine gesetzliche Deckelung von Bankerboni verständigen. Der Einigung waren monatelange Verhandlungen im Rahmen der EU-Eigenkapitalrichtlinie vorausgegangen.

Die vom Parlament geforderte Begrenzung wird somit ab dem kommenden Jahr- nach monatelanger Blockade durch die Mitgliedstaaten- endlich Wirklichkeit. Boni dürfen demnach das Fixgehalt im Normalfall nicht mehr überschreiten (eins zu eins). In Ausnahmefällen dürfen sie maximal das Doppelte des festen Gehalts betragen (zwei zu eins). Voraussetzung für diese von den Mitgliedstaaten durchgesetzte Ausnahme: Der Verdoppelung muss die Aktionärsversammlung mit großer Mehrheit zugestimmt haben.

Diese Einigung zwischen Parlament und Mitgliedstaaten war längst überfällig. So hat sich laut nationaler Aufsichtsbehörden in Sachen Boni wenig verändert: Kurz nach Ausbruch der Finanzkrise von 2007/08 ging die Ausschüttung horrender Bonuszahlungen weiter. Die Kultur naiver Kurzsichtigkeit und krasser Gier als eine von vielen Krisenursachen scheint bis heute ungebrochen. Dabei sind Verzehnfachungen des Grundgehalts leider immer noch real.

Vergütung muss aber im Verhältnis zum langfristigen Unternehmenserfolg stehen. Im Fall von Banken, die Dienstleister der Realwirtschaft sein sollen, kann Erfolg nie entkoppelt sein von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Natürlich dürfen Banken auch in Krisenzeiten Geld verdienen, so wie jedes andere Unternehmen auch. Wenn aber in ganz Europa kleine und mittlere Unternehmen um Kredite kämpfen, kann dies nicht die Zeit für Sonderzahlungen in der Finanzwirtschaft sein. Geldmittel aus so manchem Bonustopf könnten, klug anderweitig investiert, so manches Zahnrad im versandenden Getriebe der europäischen Wirtschaft ölen.

Auf eben diese Einsicht stützt sich die Forderung, die mittlerweile eine breite Parlamentsmehrheit teilt und gegen den Willen der EU-Finanzminister weitgehend durchsetzen konnte: Banker in Europa erhalten keine Boni, die höher sind als ihr Grundgehalt.