Schädliche Spekulation mit Nachdruck bekämpfen

Sozialdemokraten fordern Verbot nackter Leerverkäufe und ungedeckter Kreditausfallversicherungen

“Ungedeckte Leerverkäufe sind ein reines Spekulationsinstrument. Es sind Wetten auf fallende Kurse, die negative Trends unnötig beschleunigen. Dies kann in Krisenzeiten fatale Kettenreaktionen auslösen, wie etwa der Fall von Lehman Brothers gezeigt hat”, betont der SPD-Europaabgeordnete und Fraktionssprecher für Wirtschaft und Währung, Dr. Udo Bullmann. Die sozialdemokratische Fraktion im EU-Parlament wird sich deshalb bei der heutigen Abstimmung im Wirtschaftsausschuss für ein möglichst weitgehendes Verbot von schädlichen Leerverkäufen aussprechen.

Der im Wirtschaftsausschuss gefundene Kompromiss sieht vor, dass ungedeckte Leerverkäufe bis zum Ende des jeweiligen Handelstages mit den entsprechenden Wertpapieren unterlegt sein müssen. Ansonsten drohen den Verkäufern empfindliche Strafzahlungen. Darüber hinaus kommen neue Transparenzregeln und Informationspflichten zum Tragen. “Damit wollen wir die Aufsichtsbehörden in die Lage versetzen, bei Marktmissbräuchen frühzeitig reagieren zu können”, betont Bullmann.

Auch bei ungedeckten Versicherungen gegen Kreditausfälle von Staatsanleihen sollen die Regeln deutlich verschärft werden. “Wir dürfen nicht zulassen, dass Spekulanten Kreditausfallversicherungen kaufen und damit die Preise für Staatsanleihen in die Höhe treiben, obwohl sie keinerlei Kredite an ein Land vergeben haben. Derartige Geschäfte sind ohne jeglichen sozialen oder volkswirtschaftlichen Nutzen und gehören deshalb verboten”, so Bullmann abschließend.

Hintergrund:

Bei Leerverkäufen leihen sich Spekulanten Wertpapiere und verkaufen sie. Vor der fälligen Rückgabe hoffen sie, die Papiere zu einem günstigeren Preis wieder zurückzukaufen. Manche Spekulanten verkaufen sogar Papiere, die sie noch gar nicht besitzen (ungedeckter oder nackter Leerverkauf). Wichtig ist aus Sicht der Zocker nur, dass der Preis am Ende fällt. Denn das bringt Gewinn. Spekuliert wird gegen Unternehmen, Währungen oder ganze Volkswirtschaften. Um diese Praxis zu beenden, hat die EU-Kommission im September 2010 einen Verordnungsvorschlag präsentiert.

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