Ende der Roaming-Abzocke

Wer kennt das nicht? Erholt und gut gelaunt kehrt man aus dem Sommerurlaub zurück. Läge da nur nicht eine saftige Handyrechnung im überfüllten Briefkasten… Kurze Telefonate mit Freunden und ein paar Urlaubsgrüße per SMS erweisen sich im Nachhinein oftmals als Kostenfalle. Das soll sich in Zukunft ändern. Schon seit dem 1. Juli diesen Jahres zahlen Kunden für abgehende Anrufe innerhalb der EU nur noch maximal 35 Cents pro Minute und für eingehende Anrufe 11 Cents. Auch der Versand von SMS-Nachrichten darf nicht mehr als 11 Cents kosten. Diese Preisobergrenzen werden in den kommenden Jahren stufenweise weiter gesenkt. Ein Kommissionsvorschlag sieht vor, dass ab 2014 Telefonate dann nur noch 24 Cents kosten, während die Preise für SMS auf 10 Cents fallen.

Auch das Internetsurfen wird in der EU endlich günstiger. Internetfähige Handys und Tablet-PCs liegen voll im Trend. Mit ihnen lässt sich schnell mal ein nettes Restaurant im Urlaubsort finden oder die ersten Urlaubsbilder per Mail versenden. Dieses Vergnügen schränken jedoch viele aus Furcht vor unkalkulierbaren Kosten ein. Im Schnitt zahlen Kunden heute noch Ganze 2,50 Euro für jedes Megabyte an Daten. Auch dieser Roaming-Abzocke soll nach und nach Einhalt geboten werden. Von Juli 2012 an sollen die Kosten für das Internetsurfen im EU-Ausland schrittweise von 90 Cents pro Megabyte bis auf 50 Cents in 2014 gesenkt werden. Seit letztem Jahr schaltet sich bei Erreichen der 50-Euro-Grenze auch automatisch eine Kostensperre für Daten-Roaming ein. Der Mobilfunkanbieter ist dabei verpflichtet, den Nutzer kurz davor zu warnen. Die Kostenbremse kann jedoch auf Wunsch ausgeschaltet oder auch persönlich angepasst werden. Darüber hinaus soll der Kunde bald auch die Möglichkeit haben, seinen Mobilfunkbetreiber bei Grenzübertritt ins Ausland frei zu wählen. So soll der Wettbewerb unter den Mobilfunkanbietern angekurbelt und Preisvorteile an die Kunden weitergegeben werden. In den anstehenden Verhandlungen mit dem Ministerrat werden wir Sozialdemokraten im Europäischen Parlament uns für eine weitere Senkung der Roaming-Gebühren einsetzen. Der heimatliche Kostenschreck sollte dann in einigen Jahren hoffentlich Geschichte sein.

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