Shopping mit klaren Regeln

Das Internet lockt mit unschlagbaren Angeboten. Doch der als günstig beworbene Flug in den Süden erweist sich nach mehreren Mausklicks oftmals als kostspieliges Vergnügen. Wer nicht genau hinschaut, hat schnell eine Reiseversicherung oder einen Mietwagen mitgebucht. Unüberschaubar sind auch die Kaufregeln, die für Websites im europäischen Ausland gelten. In Sachen Verbraucherrechte gleicht Europa bislang einem Flickenteppich. Denn jedes Land definiert seine Regelungen anders. Damit ist bald Schluss. Das Europäische Parlament schafft für Klarheit: bis 2013 müssen alle EU-Länder einheitliche Informationspflichten zum Verbraucherschutz umsetzen.

Onlineshops müssen in Zukunft vor Abschluss des Kaufvertrags den Gesamtpreis inklusive der Versandkosten anzeigen. Gekauft wird dann mit Hilfe eines “Kauf-Buttons”, der deutlich darauf hinweist, dass der Artikel beim Klicken tatsächlich erworben wird. Ohne einen solchen Hinweis ist der Kaufvertrag ungültig. Vorab angekreuzte Kästchen, wie sie etwa bei Flugbuchungen für Reiserücktrittsversicherungen üblich sind, sind künftig verboten. Das erhöht für alle Kunden die Sicherheit und Transparenz beim Onlineshopping.

Ganz gleich, ob ein Kunde per Telefon, an der Haustür oder bei professionellen Unternehmen im Internet einkauft: die Widerrufsfrist wird europaweit auf zwei Wochen ausgeweitet. Bisher betrug sie etwa in Österreich nur sieben Tage. Auch die Anhänger von “Tupperware-Partys” haben Grund zur Freude. Selbst bei Produkten, die in der eigenen Wohnung gekauft wurden, gibt es nun ein Widerrufsrecht. Bislang war dies nicht der Fall. Die Widerrufsfrist beginnt erst mit dem Tag, an dem die Ware beim Kunden eingetroffen ist und nicht wie bisher üblich bei Vertragsschluss. Darüber hinaus verlängert sie sich automatisch auf ein Jahr, wenn der Händler den Käufer nicht ausdrücklich auf das Widerrufsrecht hinweist. Bei Haustürgeschäften werden die Informationspflichten für Verbraucher zusätzlich gestärkt. Gewerbliche Verkäufer und Dienstleistungsanbieter müssen ihre Kunden über Garantien und Haftungsansprüche in Papierform informieren. Und auch teure Telefonhotlines haben mit Inkrafttreten der neuen Regeln ausgedient: den Kundendienst kann man bald zum Ortstarif anrufen.