Eurozone braucht koordinierte Wirtschaftspolitik mit klaren Zielvorstellungen

ECOFIN-Rat diskutiert Krisenmechanismus für Schuldenstaaten

Droht ein Mitglied der Eurozone Opfer der Spekulation an den Märkten zu werden, muss Europa im Notfall mit einem eigenen Sicherungsfonds reagieren. Darauf sollten sich die Wirtschafts- und Finanzminister der Europäischen Union (ECOFIN-Rat) nach Ansicht des SPD-Europaabgeordneten Dr. Udo Bullmann bei ihrem heutigen Treffen in Madrid verständigen. “Das wäre ein wichtiger Schritt nach vorn”, so der sozialdemokratische Fraktionssprecher für Wirtschaft und Währung. Die Eurozone müsse verteidigt werden, insbesondere wenn sie ins Visier von Finanzjongleuren gerät. “Ziel ist, dass sich alle Mitgliedstaaten zu fairen Konditionen mit spekulationsfreien Krediten an den Finanzmärkten versorgen können.”

Gleichzeitig warnt Bullmann jedoch davor, den Aufschwung kaputt zu sparen. Vielmehr seien intelligente Wachstumspolitiken gefragt, um die Schuldenkrise zu überwinden. Deshalb müsse dringend über eine gemeinsame wirtschaftspolitische Orientierung der Eurozone gesprochen werden. “Wir brauchen eine besser koordinierte Budgetpolitik, die mit klaren wirtschaftspolitischen Zielvorstellungen verknüpft ist. Dabei muss der Fokus auf nachhaltigem Wachstum, Beschäftigung und der Bekämpfung von Armut liegen”, fordert der Wirtschaftssprecher abschließend.