"McCreevy ist mit Hedge Fonds auf dem Holzweg"

“Völlig inakzeptabel” sind für den SPD-Europaabgeordneten und Wirtschaftsexperten Dr. Udo Bullmann die aktuellen Pläne der EU-Kommission zur Regulierung von Hedge Fonds und Private Equity Gesellschaften. “Nach internen Informationen sieht der Kommissionsvorschlag derzeit lediglich eine Registrierung der Hedge Fonds Manager vor. Von einer Beschränkung des Handels mit riskanten Produkten oder mehr Transparenz bei den Anlagestrategien keine Spur. Das ist finanzpolitisch grob fahrlässig.”

Würden die Vorstellungen der EU-Kommission ohne Änderungen in die Praxis umgesetzt, ist nach Einschätzung Bullmanns mit einem Anstieg des Handels riskanter Produkte in Europa zu rechnen. “Der Investorenschutz und die Stabilität der Finanzmärkte blieben auf der Strecke. Das ist genau das Gegenteil von dem, was uns die Finanzmarktkrise lehrt”, warnt der Wirtschaftsexperte.

Die EU-Kommission hatte sich zunächst geweigert, Hedge Fonds überhaupt zu regulieren. “Nur vor dem Hintergrund der Krise und auf Druck des Europäischen Parlaments hin hat sich überhaupt etwas in dieser Sache bewegt”, betont Bullmann. Dies hielt die EU-Kommission jedoch nicht davon ab, ihre Regulierungsvorschläge für Hedge Fonds so lange zu verschleppen, bis sich das Europäische Parlament in dieser Legislaturperiode nicht mehr mit dem Dossier beschäftigen kann.

“Binnenmarktkommissar McCreevy ist jedoch auf dem Holzweg, wenn er glaubt, damit durchzukommen. Die sozialdemokratische Fraktion beschäftigt sich seit 2002 intensiv mit den systematischen Risiken, die von Hedge Fonds und Private Equity Gesellschaften ausgehen. Deshalb wird das Thema für uns auch nach der Europawahl am 7. Juni ganz oben auf der politischen Agenda stehen”, versichert Bullmann.

Hintergrund:

Die EU-Kommission will im April offiziell ihren Regulierungsvorschlag für Hedge Fonds und Private Equity Gesellschaften vorstellen.

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