"Gesundes Essen kann man lernen"

Das Europäische Parlament hat sich heute mit großer Mehrheit für eine kostenlose Verteilung von Obst und Gemüse an Vorschulkinder und Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen sechs und zehn Jahren ausgesprochen. Der hessische SPD-Europaabgeordnete Dr. Udo Bullmann sieht in dem Schulobstprogramm einen wichtigen Beitrag zur gesunden Ernährung: “Die Veränderung der Essgewohnheiten von Kindern zahlt sich langfristig aus. Wer schon als Kind viel Obst und Gemüse isst, tut dies auch als Erwachsener. So wird Fettleibigkeit und Übergewicht vorgebeugt.”

In Europa gelten laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation etwa 22 Millionen Kinder als fettleibig. Der Verzehr von Obst und Gemüse liege deutlich unter der empfohlenen Tagesmenge von 400 Gramm. Aufklärung über eine ausgewogene Ernährung sei deshalb notwendig. “Kinder müssen wieder lernen, tägliche Bewegung und regelmäßiges Essen von Obst und Gemüse als etwas Gutes zu erfahren.” Dass Eltern und Großeltern eine wichtige Rolle bei der Weitergabe von Essensgewohnheiten spielen, ist Bullmann bewusst. “Deshalb müssen die Informationskampagnen die Erwachsenen mit einbeziehen.”

Damit möglichst viele Kinder von dem Schulobstprogramm profitieren, hat sich das Europäische Parlament für eine Aufstockung der Mittel ausgesprochen. Schon 2009 sollen rund 180 Millionen Euro dafür bereitgestellt werden. “Dies hat das Europäische Parlament bereits in erster Lesung des Haushalts 2009 beschlossen”, so Bullmann. Die Europäische Kommission hatte hingegen nur 90 Millionen Euro pro Jahr vorgeschlagen.

“Den Ankündigungen müssen nun umgehend Taten folgen. Die Sozialdemokratische Fraktion im Europäischen Parlament fordert deshalb, schon Mitte 2009 den Startschuss für das Schulobstprogramm 2009/2010 zu geben. Die EU-Kommission wollte damit bis 2010 warten”, betont Bullmann abschließend.

Hintergrund:

Das Schulobstprogramm wird zur Hälfte von der Europäischen Union finanziert. Die andere Hälfte müssen die EU-Mitgliedstaaten beisteuern. Das Programm soll von Informations- und Aufklärungskampagnen begleitet werden und lokal angebautes Obst und Gemüse bevorzugen. Darüber hinaus ist die besondere Berücksichtigung von Produkten aus ökologischem Landbau vorgesehen. Außerdem sollen das Obst und Gemüse der Jahreszeit entsprechen.