Udo Bullmann und Matthias Groote bei GM Europa in Mainz-Kastel: "Für Forschung bürgen, um Arbeitsplätze zu sichern"

Die beiden SPD- Europaabgeordneten Matthias Groote (Niedersachsen) und Dr. Udo Bullmann (Hessen) besichtigten am vergangenen Montag das Forschungs- und Entwicklungszentrum von General Motors Europa in Mainz- Castel.

Groote, Experte der SPD im Europäischen Parlament in Sachen Auto und Umwelt, zeigte sich von der Arbeit der forschenden Opelaner beeindruckt: „In Sachen Elektroantrieb steht OPEL an vorderster Front. Das ist nicht nur ökologisch interessant, sondern auch wirtschaftlich: Denn diese Anstrengungen machen deutlich, dass die Forschung an umweltverträglichen Autos neue Absatzchancen für die gesättigten Automobilmärkte liefern wird.“

Mit Blick auf die gegenwärtigen Diskussionen rund um staatliche Hilfen für OPEL sagte der Wirtschaftsexperte Bullmann: „Wir brauchen dringend eine moderne und intelligente Industriepolitik. Blindes Subventionieren würde die Ursachen nicht bekämpfen, sondern das Ausbrechen der Probleme nur zeitlich nach hinten verschieben. Der Staat muss Bürgschaften übernehmen, um die Finanzierung dieser Forschungsleistungen zu garantieren. Klar ist: Keiner will Subventionierung mit der Gießkanne. Aber hier geht es um etwas anderes: Die Unterstützung von Zukunftsstrategien, die die Modernisierung und Wettbewerbsfähigkeit von OPEL sicherstellen. Dem dürfen sich weder die Bundesrepublik noch die betroffenen Bundesländer entziehen.“

Mit Blick auf den diskutierten Umfang der Bürgschaft in Höhe von 1 Milliarde Euro sagte Bullmann: „Ich halte diese Debatte für kleinkariert. Wer für den Bankensektor Bürgschaften in Höhe von 400 Milliarden abgibt, kann für die Modernisierungsstrategie von OPEL einen Bruchteil dieser Summe aufbringen. Hieran hängen 26 000 Arbeitsplätze plus die Jobs bei Zulieferern“, sagte Bullmann. Groote ergänzte hierzu: „Forschungsförderung bedeutet mehr Wohlstand und Produktivität: Jeder investierte Euro zahlt sich aus.“

Beide Abgeordnete sprachen sich zudem dafür aus, langfristig die Konzernstrukturen von OPEL zu europäisieren und gegebenenfalls von GM zu entkoppeln: “Die Produktpolitik von GM mit großen Spritfressern geht seit langem schon an den Bedürfnissen europäischer Märkte vorbei. Die amerikanischen Manager haben offenbar kein Gespür für die Wünsche der europäischen Konsumenten“, meinten Bullmann und Groote.