Ende der Wuchertarife

Das Europäische Parlament hat sich heute mit überwältigender Mehrheit für eine deutliche Senkung der Roaming-Gebühren ausgesprochen.

“Das ist ein wichtiger Sieg für die europäischen Verbraucher. Die Entscheidung bedeutet das Ende von Wuchertarifen beim Telefonieren mit dem Handy im Ausland. Das Europäische Parlament hat mit großem Einsatz die Interessen der Handy-Kunden gewahrt und letztlich einen wichtigen Erfolg für den europäischen Verbraucherschutz erzielt”, betont der hessische SPD-Europaabgeordnete und Wirtschaftsexperte Dr. Udo Bullmann.

Ab Herbst zahlen Handykunden demnach maximal 49 Cent (zuzüglich Mehrwertsteuer) pro Minute für abgehende, beziehungsweise 24 Cent für eingehende Anrufe im Ausland. “Wir haben uns dafür stark gemacht, dass der neue Eurotarif automatisch für alle Kunden gilt, die sich nicht explizit bei ihrem Anbieter für einen alternativen Tarif entscheiden”, so Bullmann. “Darüber hinaus werden die Preisobergrenzen in den kommenden drei Jahren stufenweise weiter gesenkt.”

Das Europäische Parlament hatte bereits seit langem eine Senkung der Roaming-Tarife gefordert. “Das Ergebnis ist mit großen Einsparungen für die europäischen Verbraucher verbunden, die derzeit bis zu drei Euro pro Minute für Handygespräche im Ausland zahlen müssen. Gleichzeitig erlaubt die neue Verordnung einen Wettbewerb unterhalb des Euro-Tarifes. Diese ist notwendig, damit ausreichend Flexibilität für individuelle Kundenwünsche gegeben ist.”

Der Rat der EU-Telekommunikationsminister wird die Roaming-Verordnung voraussichtlich am 7./8. Juni annehmen. Die Veröffentlichung im Amtsblatt ist für den 29. Juni vorgesehen.

Hintergrund:

Hauptkonfliktpunkt zwischen EU-Parlament, EU-Kommission und EU-Rat waren die unterschiedlichen Vorstellungen zur Höhe der festzulegenden Preisobergrenzen. So hatte die EU-Kommission in ihrem ursprünglichen Vorschlag Obergrenzen von 44 Cent für abgehende und 30 Cent für eingehende Anrufe im Urlaubsland vorgeschlagen. Die deutsche Ratspräsidentschaft hatte Obergrenzen von 50 beziehungsweise 25 Cent gefordert. Der gefundene Kompromiss sieht nun im ersten Jahr 49 Cent für abgehende und 24 Cent für eingehende Anrufe vor. Im zweiten Jahr sinken die Preise auf 46 beziehungsweise 22 Cent; im dritten Jahr auf 43 beziehungsweise 19 Cent.