Ein Konto für ganz Europa

Das Europäische Parlament hat heute grünes Licht für den einheitlichen europäischen Zahlungsraum gegeben.

“Damit fallen nun auch endlich beim Zahlungsverkehr die Grenzen in Europa”, stellt der SPD-Europaabgeordnete und Wirtschaftsexperte Dr. Udo Bullmann fest. “Ab 2008 werden bargeldlose Zahlungen in Europa einfacher, schneller und günstiger. In Zukunft reicht ein Konto in einem EU-Mitgliedstaat, um Bankgeschäfte in ganz Europa zu tätigen. Davon profitieren Verbraucher und Unternehmen gleichermaßen.”

Zum einen wird ein europäisches Lastschriftverfahren eingerichtet. “Rechnungen in anderen EU-Mitgliedstaaten können dann problemlos vom deutschen Konto abgebucht werden. Das gilt für die Miete der Ferienwohnung ebenso wie für den Einkauf im EU-Ausland”, erläutert Bullmann. “Für Unternehmen liegen die Vorteile ebenfalls auf der Hand. Bisher mussten sie in jedem Mitgliedsland ein Konto unterhalten, in dem sie mit einer Niederlassung vertreten waren. Dies ist nun nicht mehr nötig.”

Das europäische Lastschriftverfahren ist Voraussetzung dafür, dass die Bürgerinnen und Bürger demnächst in jedem EU-Mitgliedsland auch mit ihrer deutschen Bankkarte bezahlen können. “Wer in Europa unterwegs ist, wird also kaum noch Bargeld brauchen und ist nicht länger auf Kreditkarten angewiesen.” Für die angebotenen Serviceleistungen im Ausland dürfen die Banken laut Bullmann übrigens keine höheren Gebühren berechnen, als für die gleichen Leistungen in Deutschland.

“Ab 2012 müssen die Banken dann auch bei den Überweisungen noch einen Zahn zulegen. Bereits am nächsten Tag sollen reguläre Zahlungen beim Empfänger eingehen. Derzeit warten deutsche Bankkunden bis zu drei Tage auf eine Überweisung. In Italien ist eine Woche keine Seltenheit”, unterstreicht der Wirtschaftsexperte.

Bullmann abschließend: “Der einheitliche europäische Zahlungsraum verspricht mittelfristig erhebliche Kosteneinsparungen. Derzeit gehen zwei bis drei Prozent der Wirtschaftsleistung in Europa auf Grund der unterschiedlichen Zahlungssysteme verloren. Zwischen 50 und 100 Milliarden Euro können daher bei einer vollständigen Umsetzung des europäischen Zahlungsraums jährlich gespart werden.”