Kriminelles Verhalten hat auf Europas Finanzmärkten keinen Platz

Europaparlament verabschiedet striktere Regeln gegen Marktmissbrauch

Insiderhandel und Marktmanipulation sollen härter bestraft werden. Um das Finanzsystem krisensicherer und transparenter zu machen, haben die Abgeordneten des Europäischen Parlaments am Dienstag in erster Lesung der Richtlinie über Insiderhandel und Marktmissbrauch zugestimmt.

„Marktmanipulation ist kein Kavaliersdelikt”, begrüßt Udo Bullmann, Vorsitzender der deutschen Sozialdemokraten im Europäischen Parlament, den Beschluss. “Insiderhandel und Marktmissbrauch untergraben das Vertrauen von Investoren und die Marktintegrität und müssen bestraft werden. Der heutige Beschluss gibt uns dafür die Instrumente an die Hand.“

Liberalisierungen an den Finanzmärkten und damit einhergehende Möglichkeiten, diese zu manipulieren, hätten Schlupflöcher in der Regulierungsarchitektur offenbart. Daneben seien die Sanktionsregeln in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union bislang nicht einheitlich und böten Kriminellen die Möglichkeit, in Staaten ohne Strafverfolgung auszuweichen. Die verabschiedete Richtlinie gebiete dem Einhalt.

„Diese neue Richtlinie trägt dazu bei, dass die Regulierung mit den Marktrealitäten Schritt hält. Sie verstärkt den Kampf gegen Marktmissbrauch und stärkt Untersuchungs- und Sanktionsbefugnisse“, so Udo Bullmann.

Die ausgehandelte Richtlinie trägt laut dem Finanzexperten eine klar sozialdemokratische Handschrift. “Gegen die Versuche der Liberalen, die Strafverfolgung aufzuweichen, konnten wir wichtige Punkte durchsetzen”, so Udo Bullmann. “Dazu gehört, dass Mitgliedstaaten verpflichtet werden, Insiderhandel, unrechtmäßige Offenlegungen und Marktmanipulation als kriminelle Straftaten anzuerkennen.” Insiderhandel und Marktmanipulation seien dabei mit Gefängnisstrafen von maximal vier Jahren, unrechtmäßige Offenlegungen mit Freiheitsentzug von maximal zwei Jahren zu bestrafen.