Brüsseler Spitzen - "Zur Europäischen Reisefreiheit"

Brüsseler Spitzen

Die hessischen Sommerferien sind zu Ende. Für viele war es einmal mehr die Gelegenheit, den Alltag etwas hinter sich zu lassen und zu verreisen.

In den „großen Ferien“ machen sich jedes Jahr Millionen Deutsche auf den Weg. Im Vergleich zu unseren Nachbarn sind wir Deutschen Reiseweltmeister. Ca. 30% dieser Reisen bleiben innerhalb Deutschlands und 60% innerhalb Europas. Es zeigt, wie sehr es eine Selbstverständlichkeit geworden ist, seine direkte Umgebung mindestens einmal im Jahr zu verlassen. Dabei vergessen wir gerne, dass selbst in Deutschland vor nicht gar so langer Zeit schon bei kleineren Strecken Grenzen überwunden werden mussten. Die Berliner Mauer teilte bis vor einem viertel Jahrhundert unser Land und bildete eine unüberbrückbare Hürde für Begegnungen. Trotz des schon lange laufenden Prozesses der europäischen Integration fielen Grenzen erst spürbar mit dem Inkrafttreten des Schengen-Abkommens, durch das 1995 die meisten Grenzkontrollen entfielen. So ist es den EU-Bürgern nun möglich, frei in die Nachbarstaaten zu reisen, in Berlin zu wohnen und in Paris zu arbeiten. Die Personenfreizügigkeit gehört zu den vier Grundfreiheiten der EU.

Es ist erfreulich zu sehen, wie wir uns an diese Freiheiten gewöhnt haben und wie selbstverständlich diese Freiheiten für uns geworden sind. Wir bemerken das Überwinden von Grenzen meist nur noch durch die SMS der Mobilfunkanbieter. Und selbst hier ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis selbst die Mobilfunkgrenzen überwunden werden.

Wenn Sie das nächste Mal von Ihrem Handy über das Betreten eines neuen Landes hingewiesen werden oder Ihren Urlaub am Mittelmeer verbringen, rufen Sie sich vielleicht wieder einmal ins Bewusstsein, welch große Errungenschaft dies ist.

Meine Kolumne “Brüsseler Spitzen” erscheint alle 14 Tage im Gelnhäuser Tageblatt und befasst sich mit aktuellen Themen aus Brüssel und Europa.