Europäische Wasserrahmenrichtlinie als Chance vor Ort nutzen
Riedstadt-Erfelden. Bei einem Besuch in Erfelden informierte sich der hessische SPD-Europaabgeordnete Dr. Udo Bullmann gemeinsam mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Gerold Reichenbach auf Einladung der Erfelder SPD und der Arbeitsgemeinschaft 60+ über den Zustand des Altrheins. „Der Fluss ist hier in eine Landeswasserstraße und eine Bundeswasserstraße unterteilt“, erklärte der Riedstädter Bürgermeister Gerald Kummer (SPD). Während der Bereich in der Obhut des Bundes in gutem Zustand sei, bereite die Landeswasserstraße Probleme. „Wenn nicht bald etwas passiert, droht der Altrhein zu versanden. Dies hätte fatale Folgen für das Naturschutzgebiet Kühkopf“, befürchtet Kummer. Ohne das Wasser des Altrheins drohten der Flora und Fauna vor Ort schwere Schäden. Diese Gefahr wurde den Abgeordneten auch im Gespräch mit anwesenden Erfelder Bürgerinnen und Bürgern noch einmal deutlich geschildert.
Bullmann wies in diesem Zusammenhang auf die internationale Bedeutung des Kühkopfs hin: „Die Insel trägt das UNESCO-Prädikat ‚Europareservat’ und fällt unter die ‚Flora, Fauna, Habiat’-Richtlinie der Europäischen Union.“. Damit sei der Kühkopf ein Naturschutzgebiet von besonders hohem ökologischem Rang. „Die europäische Wasserrahmenrichtlinie hält alle politischen Ebenen dazu an, ihre Wasserpolitik stärker an den Kriterien Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit auszurichten“, betonte der Europaabgeordnete. Dies sei bei der Landeswasserstraße aber offensichtlich nicht der Fall.
„Das Land muss deshalb endlich seine Aufgabe wahrnehmen, und sich um die Instandsetzung des Altrheins kümmern, so wie es der Bund bereits getan hat“, fordert der Bundestagsabgeordnete Reichenbach abschließend.
