26. November 2008

Gesundes Essen kann man lernen

Wer kennt das nicht, mittags einen Burger, zwischendurch einen Schokoriegel oder andere Süßigkeiten und abends dann auf die Schnelle noch eine Tiefkühlpizza. Seit langem kritisieren Ernährungsexperten diese Essgewohnheiten. Allein in Deutschland leiden 66 Prozent der Männer und 51 Prozent der Frauen an Übergewicht. Krankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Störungen können die Folge sein. Eine schwere Belastung nicht nur für die Betroffenen sondern auch für das Gesundheitssystem.

Die Essgewohnheiten unserer Nachbarn sind nicht viel gesünder. In Europa gelten laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation etwa 22 Millionen Kinder als fettleibig. Der Verzehr von Obst und Gemüse liege deutlich unter der empfohlenen Tagesmenge von 400 Gramm. Aufklärung über eine ausgewogene Ernährung ist deshalb notwendig. Kinder müssen wieder lernen, tägliche Bewegung und regelmäßiges Essen von Obst und Gemüse als etwas Gutes zu erfahren.

Das Europäische Parlament hat sich deshalb mit großer Mehrheit für ein Schulobstprogramm ausgesprochen. Es sieht die kostenlose Verteilung von Obst und Gemüse an Vorschüler und Schulkinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren vor. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Verzehr von lokal angebauten Produkten sowie des ökologischen Landbaus. Die Jahreszeiten sollen bei der Auswahl ebenfalls berücksichtig werden. Parallel sind Informations- und Aufklärungskampagnen geplant, die auch Erwachsene mit einbeziehen. Denn Eltern und Großeltern spielen bekanntlich eine wichtige Rolle bei der Vermittlung von Essgewohnheiten.

Das Programm wird jeweils zur Hälfte von der Europäischen Union und ihren Mitgliedstaaten finanziert. Die EU-Kommission hatte ursprünglich 90 Millionen Euro dafür vorgesehen. Damit möglichst viele Kinder von dem Schulobstprogramm profitieren, fordert das Europäische Parlament jedoch mehr Anstrengungen und hat in erster Lesung des EU-Haushalts 180 Millionen Euro bereitgestellt. Das Geld ist sowieso gut angelegt, aber die Veränderung der Essgewohnheiten von Kindern zahlt sich auch langfristig aus. Wer schon als Kind viel Obst und Gemüse isst, tut dies auch als Erwachsener. So wird Fettleibigkeit und Übergewicht vorgebeugt.

Die Sozialdemokratische Fraktion im Europäischen Parlament setzt sich nun für einen raschen Start des Programms bereits Mitte 2009 ein. Die EU-Kommission wollte damit noch bis 2010 warten.


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