29. September 2008

Glücksspiel mit Verantwortung

Viele Millionen Deutsche sitzen jeden Mittwoch und Samstag vor dem Fernseher und träumen vom großen Lotto-Jackpot. Wer hat nicht schon mal darüber philosophiert, was er oder sie sich alles im Fall der Fälle kaufen würde. Ein neues Auto, ein Haus oder doch die Weltreise - vielleicht auch alles zusammen. Es ist der große Traum von einem besseren Leben der viele dazu veranlasst, regelmäßig ihre Kreuzchen zu machen. Manche behaupten sogar, dass es ein natürliches Verlangen zum Glücksspiel gäbe.

Natürlich ist die Aussicht auf den großen Gewinn verlockend, allerdings birgt diese Aussicht auch große Gefahren. Immer mehr Menschen verfallen beispielsweise der Spielsucht. Verschuldung und sozialer Abstieg sind nicht selten die Folge. Zudem bieten Glücksspiele ein ideales Einfallstor für Geldwäsche und andere kriminelle Machenschaften. Viele Staaten Europas sahen sich daher schon früh mit der Frage konfrontiert, wie sie mit dem Geschäft Glücksspiel umgehen wollen. Ein totales Verbot ist kaum durchsetzbar und würde nur den Schwarzmarkt beflügeln. Die totale Liberalisierung befördert wiederum nur die negativen Seiten des Glücksspiels. Viele EU-Länder, so auch Deutschland, haben sich daher für einen Mittelweg entschieden. So dürfen in Deutschland nur staatseigene Unternehmen ein begrenztes Angebot an Glücksspielen zur Verfügung stellen. Dabei sollen sich diese Unternehmen dem Gedanken der Suchtprävention verpflichtet fühlen.

Privaten Wettanbietern ist dieses Glücksspielmonopol seit langem ein Dorn im Auge. Schließlich geht es hier um einen Milliardenmarkt und da möchten die auf Malta oder Gibraltar sitzenden Gesellschaften gerne mitverdienen. Unterstützung bekommen sie von EU-Kommissar McGreevy und einigen Abgeordneten der CDU/CSU im Europäischen Parlament, die durch das Monopol die Dienstleistungsfreiheit behindert sehen. Sollte sie sich durchsetzen, könnte dies allerdings schwerwiegende Folgen für die deutsche Sportförderung haben. Im Gegensatz zu den privaten Anbietern fließt ein Großteil der Einnahmen der staatlichen Lottogesellschaften nicht in die Taschen anonymer Anteilseigner, sondern in Kunst- und Kulturprojekte sowie die Förderung des Breitensports. Insbesondere der Jugend- und Breitensport wäre ohne diese Mittel kaum noch überlebensfähig.

Das Europäische Parlament hat jedoch schon deutlich zum Ausdruck gebracht, dass es die Ansicht der Europäischen Kommission nicht teilt und auch weiterhin auf einen gewissenhaften und verantwortungsvollen Umgang mit Glücksspielen setzt.