06. März 2009

Opel auf Partnersuche

Die Opel-Beschäftigten in Europa haben in den vergangenen Jahren große Opfer gebracht, um ihr Unternehmen zukunftsfähig zu machen. Bei der Entwicklung umweltfreundlicher Fahrzeuge ist der Autobauer inzwischen gut aufgestellt. Vor kurzem präsentierte Opel das umweltfreundliche Elektroauto Ampera. Es soll 2011 auf den Markt kommen. Damit zählt Opel zu den ersten europäischen Fahrzeugherstellern, die Elektroautos mit einer Reichweite von mehreren hundert Kilometern anbieten.

Durch falsches Management beim Mutterkonzern General Motors (GM) stehen die Opelaner jedoch vor einem Scherbenhaufen. In der Vergangenheit ist gerade bei der Produktpolitik und im Marketing viel schief gelaufen. Nun soll die Belegschaft dafür die Zeche zahlen. Dies ist nicht akzeptabel. Die Traditionsmarkte will deshalb mehr Unabhängigkeit von GM. Alleine wird Opel dies jedoch nicht schaffen und ist deshalb auf der Suche nach Investoren.

Bundeskanzlerin Merkel lehnt eine direkte staatliche Beteiligung bislang ab, da der Autobauer "nicht systemrelevant" sei. Die Wirtschaftskrise lehrt uns allerdings, dass wir nicht weiter blind solchen ökonomischen Laienargumenten folgen sollten. Dabei wird oft zu schell das Wesentliche aus den Augen verloren: Allein in Deutschland sind, wenn man Zulieferer und Familienangehörige mitrechnet, bis zu einer halbe Millionen Menschen von Opel abhängig. Hier kann die Politik nicht die Hände in den Schoß legen, sondern muss helfen, Beschäftigung zu sichern.

Voraussetzung für staatliche Interventionen ist ein zukunftsfähiges Unternehmenskonzept. Die in Rüsselsheim bisher vorgestellten Pläne sind ein erster Schritt in die richtige Richtung. Sie sehen vor, die Traditionsmarke in eine eigenständige europäische Gesellschaft umzuwandeln und sie damit weitgehend von GM zu lösen. Wichtig ist nun, dass möglichst schnell ein konkretes Hilfspaket für Opel geschnürt wird. Es könnte sich unter anderem aus staatlichen Krediten, die das Unternehmen später zurückzahlt, und Beteiligungen der öffentlichen Hand, der Opel Händler, der Beschäftigten und weiterer Investoren zusammensetzen. Auf der europäischen Ebene gilt es sicherzustellen, dass die von Opel dringend benötigte öffentliche Hilfe nicht mit vorgeschobenen Wettbewerbsargumenten blockiert wird. Dafür stehen zu viele Arbeitsplätze auf dem Spiel.


Logo2